Historie

Dorfgeschichte Teil 1
    
Von der Stadt Bebra ist 1990 eine neue Chronik über die Gesamtstadt herausgegeben worden, in der auch Gilfershausen ausführlich beschrieben ist. Um eine doppelte Veröffentlichung zu vermeiden, wird dieses Kapitel hier nur in einer gekürzten Fassung behandelt. Die Ausführungen über die geschichtliche Entwicklung lehnen sich an diese von Rudi Eichhorn erstellte Stadtchronik an.

Das Dorf Gilfershausen wird erstmalig in der nebenstehenden Urkunde des Klosters Hersfeld im Jahre 1239 als „Gilvershusen" erwähnt, und zwar mit einer Kapelle als Untergliederung zur Parochie (Pfarrei) Iwa (Iba). Die Reichsabtei Hersfeld ist Souverän über die Kirche und wahrt energisch ihre Rechte gegen Übergriffe, vornehmlich gegen die des Adels, wie uns die Urkunde mitteilt.
  
 

Im Laufe der Jahrhunderte ändert sich der Ortsname öfter. In einer Urkunde des Klosters Blankenheim wird Gilfershausen im Jahre 1253 als „Gilbershusen" erwähnt. 1336 wird „Gylfershusen" als landgräfliches Dorf bezeichnet. 1538 gehörte „Gilwershausen" laut dem Rotenburger Salbuch zum Gerichtsstuhl Bebra.

Es erscheint nach all diesen oben erwähnten Schreibweisen unwahrscheinlich, das Gilfershausen im 30-jährigen Krieg - wie uns der Volksmund erzählt - Elfershausen geheißen haben soll. Der Archivoberinspektor Hallwachs und der Archivinspektor -anw. Geissler vom Hessischen Staatsarchiv in Marburg schreiben 1965: „... Auch im Laufe der Sprachwandlung ist es wohl kaum möglich, das aus Elfershausen Gilfershausen geworden sein soll... Eine Gemeinde Elfershausen liegt heute noch im Kreis Melsungen ..." In seinem „Edlen Kleinod" will der Rotenburger Ortspfarrer um 1700 den Namen llffershausen auf Gehülfershausen erklären.

Die Schreibweise „Gilbershusen" (1253 in einer Blankenheimer Urkunde) kommt dem Ursprung des Namens Gilfershausen wohl am nächsten.

Bis zum 15. Jahrhundert verdankt Gilfershausen seine Erwähnungen hauptsächlich den Rechtsgeschäften mit dem Kloster Blankenheim. Diese engen Beziehungen rühren wohl von der Abtei Hersfeld her, die schon vor 1239 über einen reichen Besitz verfügte, der sich auf die meisten Dörfer in der Landschaft am Fuldaknie erstreckte. Mit der Reformation hören in Hessen die Belehnungen, Käufe, Verkäufe und Schenkungen an die Klöster auf, da diese vom Landgrafen Philipp säkularisiert (aufgelöst) werden. Grund und Boden, Preziosen (Kostbarkeiten) und Urkunden gehen an den Landgrafen. Von nun an finden wir weitere Nachrichten über Gilfershausen in den Büchern und Archiven der landgräflichen Verwaltung.

Aus dem ältesten Salbuch vom Jahre 1538 erfahren wir von Gilfershausen, daß der Ort „mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Diensten dem Landgrafen gehört". Der Ort zählte damals 19 Haushalte mit ca. 95 Personen. 1627 ist die Zahl der Haushalte auf 18 zurückgegangen.

Im Ort leben 6 Bauern, 3 Leinweber, 1 Schmied, 1 Müller, 3 Witwen und 4 Körner und Hintersiedler (Tagelöhner) mit ihren jeweiligen Familien. Auch Gilfershausen wird von den schlimmen Kriegsauswirkungen des 30-jährigen Krieges 1618-1648 erfasst. So sind 1639 im Dorf 6 Männer und 3 Witwen mit 1 Kuh, 5 Pferden und 2 Pflügen zurück geblieben. Die Einwohner haben 18 Äcker mit Korn bestellt. Als die Unruhe unter der Bevölkerung während des großen Krieges und in den Nachkriegsjahren zum Abklingen kommt, hat der Ort 1656 wieder seine Stärke von 18 Haushaltungen erreicht.

(Quelle, Chronik 750 Jahre Gilfershausen)


Die nächsten Termine

Keine aktuellen Veranstaltungen.

Besucher

Heute51
Gestern666
Diese Woche1439
Diesen Monat7334
Total762803

Besucher IP : 34.228.41.66 Besucher Info : Unknown - Unknown Mittwoch, 12. Dezember 2018 01:34

Wer ist Online

Gäste : 15 Gäste online Mitglieder : Kein Mitglied online

Unser Wetter

kachelmannwetter.com